Förderung von Mikroprojekten: Erste Ergebnisse

Anfang des Jahres hat „Dresden für Alle“ 10 Mikroprojekte ausgeschrieben. Nun liegen die ersten Ergebnisse vor. Dresden für Alle unterstützte das Projekt „Kick Racism“, die Arbeit von KAMA Dresden, queere Geflüchtete beim Christopher Street Day, die Kurdischen Filmtage und weitere Projekte. Die Ergebnisse der Erstgenannten könnt ihr nun nachlesen.

Dresden für Alle unterstützt das Projekt „Kick Racism“

Internationales Fußballturnier

Am 24. Juni 2017 lud der German Lessons for Refugees e.V. zu einem internationalen Fußballturnier ein. 14 junge Männer aus verschiedenen Ländern haben an dem Turnier teilgenommen und in gemischten Mannschaften miteinander Fußball gespielt, sich kennengelernt und Spaß gehabt.

Dank der Förderung von Dresden für Alle konnte Sportbekleidung für die Teilnehmer sowie ein Essen und Getränke für ein Picknick gekauft werden.

Internationale Wanderung

Am 8. Juli wanderten die Fußballer des Kick Racism- Turniers gemeinsam mit sechs weiteren Menschen durch die Sächsische Schweiz. Während der Wanderung erzählten sie einander von der Geschichte und Kultur ihrer jeweiligen Heimat. Es gab ein gemeinsames Picknick in geselliger Runde. Anschließend wurden Regeln und Gesetze, die in Deutschland herrschen, besprochen und diskutiert.

Mit der Förderung von Dresden für Alle konnten Fahrtkosten in die Sächsische Schweiz sowie das Picknick bezahlt werden.

 

        

Dresden für Alle unterstützt Kurse des KAMA Dresden e.V.

KAMA steht als Abkürzung für „Kurse von Asylsuchenden, Migrant_innen und Asylberechtigten“. Der Verein möchte durch seine Projekte, insbesondere durch die Kurse, eine Plattform für interkulturellen Austausch bieten. Durch die Kursangebote, die von Asylsuchenden und Migrant_innen geleitet und von Dresdner_innen wahrgenommen werden, wird neben dem Bildungsaspekt insbesondere das gegenseitige Kennenlernen unterstützt, Barrieren werden ab- und Kontakte und Freundschaften zwischen Alt- und Neudresdner_innen aufgebaut.

Folgende Kurse bot KAMA Dresden e.V. in den vergangenen Monaten an:

  • Arabischkurs für Anfänger_innen von Lama (06.03. – 29.05.2017)
  • Arabischkurs für Anfänger_innen mit Vorkenntnissen von Wafaa (14.03. – 25.07.2017)
  • Afghanisches Kochen mit Hasib (26.03.2017)
  • Dabke-Tanzkurs mit Roni (22.06. – 31.08.2017)
  • Arabischkurs für Anfänger_innen von Taghreed (ab 04.07.2017)
  • Arabischkurs für Anfänger_innen mit Vorkenntnissen von Fatema (ab 03.08.2017)

Etwa 45 Kursteilnehmende nutzten und nutzen diese Kursangebote.

Durch die Förderung von Dresden für Alle e.V. konnten für die Arabischkurse Lehrbücher und Bildwörterbücher gekauft werden, die die Lehrer_innen nun bei der Kursvorbereitung unterstützend heranziehen. In den Sprachkursen werden von den Lehrer_innen  Flipcharts benutzt, um die Inhalte visualisieren zu können. Diese konnten nun neu mit Papier ausgestattet werden und die Lehrer_innen bekamen farbige Eddings zur didaktischen Aufbereitung.

Die Kurse von KAMA werden generell kostenlos angeboten, damit alle Menschen, unabhängig von ihrer Einkommenssituation, daran teilnehmen können. Lediglich um Spenden wird in den Kursen gebeten. Zu diesem Zweck wurde mit Hilfe der finanziellen Unterstützung von Dresden für Alle neue Spendendosen gekauft.

Kursleiter_innen, die keine Monatskarte besitzen, konnten dank der Förderung von Dresden für Alle die Fahrkosten zu den Unterrichtsorten erstattet werden.

Zusätzlich konnte ein Moderationskoffer angeschafft werden, der in den monatlich stattfindenden Plena sowie in einer Konferenz der Arabischlehrer_innen, die sich untereinander bezüglich der Kursinhalte in den Kursen für Anfänger_innen und für fortgeschrittene Lerner_innen abstimmen wollten, genutzt wird.

     

           

Dresden für Alle unterstützt queere Geflüchtete beim Christopher Street Day Dresden

Zum Christopher Street Day Dresden im Mai 2017 konnte Dresden für Alle den Refugees Truck finanziell unterstützen.
Homosexualität steht in über 70 Staaten der Erde unter Strafe. In der Regel werden mehrjährige Haftstrafen verhängt. In Bangladesch, Barbados, Myanmar, Pakistan und Singapur sehen die Gesetze sogar lebenslange Haftstrafen vor. In Staaten wie Jamaika, Mauretanien, Nigeria, dem Iran, Jemen, Saudi-Arabien und dem Sudan werden sogar Todesstrafen verhängt.
Ein Großteil der Bevölkerung in diesen Ländern hinterfragt das harte Vorgehen nicht, denn die Gesetzgebung steht im Einklang mit ihren eigenen Wertvorstellungen und religiösen Dogmen. Sie sehen sich im Recht, wenn sie auf Menschen mit einer anderen sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität aggressiv reagieren. Und sie sind es gewohnt, dass diese Menschen ihre „Anders sein“ nicht offen ausleben.
Mit dem Refugees Truck zum Christopher Street Day Dresden wollten die queeren Geflüchteten auf genau diese Zustände in ihren Heimatländern aufmerksam machen und dies ist ihnen mehr als gelungen.
Die Geflüchteten haben ihren Truck in kompletter Eigeninitiative geplant und gestaltet sowie an der Demonstration zum Christopher Street Day in Dresden teilgenommen.
Durch die finanzielle Unterstützung des Projektes von Dresden für Alle konnten der Truck und die Musikanlage gemietet werden. Dadurch konnten die Geflüchteten mit der Unterstützung der ehrenamtlichen Helfer*innen des CSD Dresden e.V. ihr Projekt erfolgreich durchführen.

Dresden für Alle fördert die kurdischen Filmtage Dresden

Die Kurdischen Filmtage fanden vom 03. – 05. März 2017 in Dresden statt.
Begonnen hat das Filmfest am 03.März mit der zweimaligen Filmvorführung der Dokumentation „Der Imker“ und einem anschließenden Gespräch mit dem Protagonisten Ibrahim Gezer. „Der Imker“ erzählt die Geschichte von Ibrahim Gezer, seiner Familie, seiner Flucht, seinem Leben in der Schweiz und seiner Leidenschaft zu den Bienen und seiner Tätigkeit als Imker.
In der Spätvorstellung wurde der Spielfilm „Brief an den König“ gezeigt, der verschiedene Geschichten von Geflüchteten in Oslo erzählte.
Am Samstag, den 04.März, wurden Kinder-Kurzfilme und verschiedene Spiel- und Dokumentarfilme gezeigt. Diese waren unter anderem „Toz Bezi“ – zum Leben zweier kurdischer Frauen in Istanbul, „Song of my Mother“ – zur Geschichte einer kurdischen Familie und deren Vergangenheit, „Sara – Mein ganzes Leben war ein Kampf“ – zur Biografie von Sakine Cansiz, „No One knows about Persian Cats“ – zur iranischen / teheranischen Musikszene im Untergrund (mit anschließendem Filmgespräch mit Ibrahin Gezer).
Am Sonntag, den 05. März, begann das Filmfest um 13 Uhr mit dem Jugendfilm „Bekas“, in dem es um zwei verwaiste Brüder geht, die ihren Traum verwirklichen wollen und sich dabei auf eine gefährliche Reise begeben. Im Anschluss wurde der Film „Press“ gezeigt, in dem es um Journalismus, Repressionen und Pressezensur kurdischer Arbeit in der Türkei geht. Obwohl der Film schon etwas älter ist, stellt er doch aufgrund der letzten Ereignisse (Verbot kurdischer Fernseh- und Radiosender, Entlassung und Inhaftierung von u.a. auch kurdischer Journalist*innen in der Türkei usw.) aktuellen Bezug her. Ein geflüchteter kurdischer Regisseur, der heute in Sachsen lebt und eng mit dem Vorbereitungskreis der kurdischen Filmtage zusammenkam, stand nach dem Film für ein Publikumsgespräch zu Verfügung. Mit dem Film „Eingekesselt: Der einsame Kampf der Peschmerga“ rückt das Thema des Genozides an den Ezid*innen im Sinjar-Gebirge in den Vordergrund. Hier standen nach dem Film Vertreter*innen des Internationalistischen Zentrum Dresdens und dem UTA Frauenrat Dresden e.V. zum Gespräch zur Verfügung. Das Filmfest endete um 21 Uhr mit der Vorführung von „Bakur“, in dem es vor allem um die Fragen nach Unabhängigkeit, Freiheit und Selbstbestimmung innerhalb der kurdischen Bewegung geht und der Einblicke in die Organisation zeigt.
Mit insgesamt 14 Vorstellung, 13 verschiedenen Filmen von kurdischen Filmeschaffenden und einigen Film-/Publikumsgesprächen wurden über das gesamt Wochenende etwa 500 Menschen aus verschiedenen Altersgruppen erre

icht. Das erste kurdische Filmfest in Dresden eröffnete neue Perspektiven, Gespräche knüpften sowohl an verschiedene kurdische Geschichten an, die Besucher*innen aus der Community selbst erlebt haben, gaben Einblicke in die Lebensrealitäten von Kurd*innen in verschiedenen Teilen Kurdistans und rückten verschiedene Themen wie Unterdrückung, Folter, Mord genauso in den Vordergrund wie Hoffnung und den Kampf um Würde, Freiheit und Selbstbestimmung.
Mit den Mitteln von Dresden für Alle wurden die Aufführungsrechte für die Kinderkurzfilme „Ziazan“, „Im Himmel / Li Ezmani“, „Die Sprache der Berge / Zimane Ciye“, den Jugendfilm „Bekas“ und die Spielfilme „Toz Bezi“, „Song of my mother“ und „Press“ Filme finanziert.

  

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