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Geschlecht und Nation – zur ideologischen Funktion von Antifemin

8. März 2017 @ 18:30 - 20:00

Referentin: Karin Stögner

In gegenwärtigen politischen Entwicklungen in Europa und den USA fällt auf, dass ein Erstarken des Nationalismus mit bestimmten Geschlechterstereotypen einhergeht. Der enge funktionale und strukturelle Zusammenhang von Nationalismus und Antifeminismus steht im Zentrum dieses Vortrages und wird anhand rechtsextremer Diskurse exemplifiziert. Eingebettet in eine allgemeine Kritik gesellschaftlicher Verhältnisse wird historischen und aktuellen Entwicklungen dieses Ineinanderwirkens nachgegangen. Auf die ideologische Funktion der Geschlechterverhältnisse und des Nationskonzepts wird ebenso eingegangen wie auf die von beiden Ideologien verdeckten Bedürfnisse und gesellschaftlichen Antagonismen. Dabei wird insbesondere auf den Aspekt der geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung fokussiert und der Blick auf das Problem von Subjektivierung und Kollektivierung in spätkapitalistischen Gesellschaften gelenkt.

Karin Stögner lehrt an der Universität Wien und war 2016 Gastprofessorin für Kritische Theorie an der Universität Gießen. Sie ist Autorin von „Antisemitismus und Sexismus. Historisch-gesellschaftliche Konstellationen“ (Nomos 2014) und Koautorin des Bandes „AfD und FPÖ. Antisemitismus, Nationalismus und Geschlechterbilder“, der Ende April im Nomos-Verlag erscheint.

Raum: WIL/A221/U

Zur Reihe „Subjekt – Gesellschaft – Krise“

Der öffentliche Diskurs scheint durchzogen von einem allgemeinen Unbehagen: Seien es die Medien, die Politiker*innen oder die Bevölkerung auf der Straße, von allen Seiten werden Missstände nach verschiedenster coleur moniert. Dass tatsächliche Probleme existieren, wird kaum jemand bezweifeln. Zweifelbar sind jedoch oft die Resultate deren scheinbarer Kritik: Anstatt das Unbehagen als ein Allgemeines zu begreifen, d.h. allgemeine gesellschaftliche Verhältnisse in Betracht zu beziehen, werden Ursachen für die Missstände bei partikularen Gruppen gesucht und scheinbar gefunden. An Stelle einer gesamtgesellschaftlichen Perspektive, scheinen Rassismus, Verschwörungstheorie und Antifeminismus im Angesicht allgemeiner Misstände zu erstarken.

Aus diesem Grund wird in der Vortragsreihe: “Subjekt – Gesellschaft – Krise” versucht die Bedeutung von Rassismus, Antifeminismus und Verschwörungsglauben vor dem Hintergrund multipler gesellschaftlicher Krisenprozesse zu verstehen. Die Betrachtung dieser Themen im Zusammenhang mit gesellschaftlichen Verhältnissen soll dazu beitragen, die benannten Phänomene nicht als isolierte, willkürliche Ressentiments, sondern in deren Funktionszusammenhang zu begreifen.

Die Veranstaltungsreihe wird Ende Februar / Anfang März stattfinden. Räume und Referent*Innen werden zeitnah hier bekannt gegeben.

Details

Datum:
8. März 2017
Zeit:
18:30 - 20:00
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