Dresden für Alle fördert die kurdischen Filmtage Dresden

Die Kurdischen Filmtage fanden vom 03. – 05. März 2017 in Dresden statt.
Begonnen hat das Filmfest am 03.März mit der zweimaligen Filmvorführung der Dokumentation „Der Imker“ und einem anschließenden Gespräch mit dem Protagonisten Ibrahim Gezer. „Der Imker“ erzählt die Geschichte von Ibrahim Gezer, seiner Familie, seiner Flucht, seinem Leben in der Schweiz und seiner Leidenschaft zu den Bienen und seiner Tätigkeit als Imker.
In der Spätvorstellung wurde der Spielfilm „Brief an den König“ gezeigt, der verschiedene Geschichten von Geflüchteten in Oslo erzählte.
Am Samstag, den 04.März, wurden Kinder-Kurzfilme und verschiedene Spiel- und Dokumentarfilme gezeigt. Diese waren unter anderem „Toz Bezi“ – zum Leben zweier kurdischer Frauen in Istanbul, „Song of my Mother“ – zur Geschichte einer kurdischen Familie und deren Vergangenheit, „Sara – Mein ganzes Leben war ein Kampf“ – zur Biografie von Sakine Cansiz, „No One knows about Persian Cats“ – zur iranischen / teheranischen Musikszene im Untergrund (mit anschließendem Filmgespräch mit Ibrahin Gezer).
Am Sonntag, den 05. März, begann das Filmfest um 13 Uhr mit dem Jugendfilm „Bekas“, in dem es um zwei verwaiste Brüder geht, die ihren Traum verwirklichen wollen und sich dabei auf eine gefährliche Reise begeben. Im Anschluss wurde der Film „Press“ gezeigt, in dem es um Journalismus, Repressionen und Pressezensur kurdischer Arbeit in der Türkei geht. Obwohl der Film schon etwas älter ist, stellt er doch aufgrund der letzten Ereignisse (Verbot kurdischer Fernseh- und Radiosender, Entlassung und Inhaftierung von u.a. auch kurdischer Journalist*innen in der Türkei usw.) aktuellen Bezug her. Ein geflüchteter kurdischer Regisseur, der heute in Sachsen lebt und eng mit dem Vorbereitungskreis der kurdischen Filmtage zusammenkam, stand nach dem Film für ein Publikumsgespräch zu Verfügung. Mit dem Film „Eingekesselt: Der einsame Kampf der Peschmerga“ rückt das Thema des Genozides an den Ezid*innen im Sinjar-Gebirge in den Vordergrund. Hier standen nach dem Film Vertreter*innen des Internationalistischen Zentrum Dresdens und dem UTA Frauenrat Dresden e.V. zum Gespräch zur Verfügung. Das Filmfest endete um 21 Uhr mit der Vorführung von „Bakur“, in dem es vor allem um die Fragen nach Unabhängigkeit, Freiheit und Selbstbestimmung innerhalb der kurdischen Bewegung geht und der Einblicke in die Organisation zeigt.
Mit insgesamt 14 Vorstellung, 13 verschiedenen Filmen von kurdischen Filmeschaffenden und einigen Film-/Publikumsgesprächen wurden über das gesamt Wochenende etwa 500 Menschen aus verschiedenen Altersgruppen erre

icht. Das erste kurdische Filmfest in Dresden eröffnete neue Perspektiven, Gespräche knüpften sowohl an verschiedene kurdische Geschichten an, die Besucher*innen aus der Community selbst erlebt haben, gaben Einblicke in die Lebensrealitäten von Kurd*innen in verschiedenen Teilen Kurdistans und rückten verschiedene Themen wie Unterdrückung, Folter, Mord genauso in den Vordergrund wie Hoffnung und den Kampf um Würde, Freiheit und Selbstbestimmung.
Mit den Mitteln von Dresden für Alle wurden die Aufführungsrechte für die Kinderkurzfilme „Ziazan“, „Im Himmel / Li Ezmani“, „Die Sprache der Berge / Zimane Ciye“, den Jugendfilm „Bekas“ und die Spielfilme „Toz Bezi“, „Song of my mother“ und „Press“ Filme finanziert.

  

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