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Monarchismus – Autoritarismus – Faschismus (ungebr.Geschichte)

27. April 2017 @ 18:30 - 20:00

„Monarchismus – Autoritarismus – Faschismus. Zur Konservativen Revolution in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts”
Referent: Richard Faber

„Autoritäre Staatsformen sind autokratisch und damit monarchisch, ob in Form von Erb- bzw. Wahlmonarchien oder ganz ohne gekrönte Häupter. Ein Abglanz der – in Ungarn noch heute – hypostasierten „Krone“ fällt freilich auch auf Generäle, Präsidenten oder (Partei-)Führer, die als „Caudillo“, Duce“ oder eben „Führer“ total(itär) regieren. Im autoritären bis faschistischen Ungarn des Zwischenkriegs nannte sich das autokratisch regierende Staatsoberhaupt ausdrücklich „Reichsverweser“, also Königs-Stellvertreter.

Umgekehrt-dementsprechend hat sich das antik-römische Kaisertum aus der auf Dauer gestellten Diktatur des Parteiführers und Volkstribunen Gaius Julius Caesar entwickelt, wobei sein entscheidendes Amt das eines permanenten Imperators, also militärischen Oberbefehlshabers war. Zugleich waren Cäsar und seine Nachfolger auch Roms und seines Imperiums oberste Priester. Kaiser- und Königreiche besitzen stets eine ihre Autorität mitbegründende, -rechtfertigende und -stützende sakrale Dimension.

Noch im Fall autoritärer bis faschistischer Führer ist ein religiöser Faktor unübersehbar; auch in dieser Hinsicht ist eine Beerbung des Monarchismus zu konstatieren. Autoritäre und faschistische Herrschaft muss daher im Kontext von monarchischer Herrschaft – bis in die antike und mittelalterliche Vergangenheit zurück – betrachtet werden. Die Selbstherrscher des 20. Jahrhunderts beriefen sich ausdrücklich auf sie; sie betrachteten sich als ‚zeitgemäße’ Erben von Kaisern und Königen bzw. Hohenpriestern. Um an Max Weber anzuknüpfen: Das persönliche „Charisma“ der Afterpropheten erstrebte ein quasipriesterliches Amtscharisma. Gerade Hitler tat es nicht unter dem Anspruch eines politischen Papsttums.“

Details

Datum:
27. April 2017
Zeit:
18:30 - 20:00
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